Die City-Cobra (1986)

cobra

Der ’80er-Actionfilm ist so eine ganz eigene Spezies. Ein naives Relikt aus einfacheren Zeiten, in denen man mit ethisch-moralischen Grenzen in Film und Fernsehn noch etwas liberaler umging. Egal wie sehr Filme wie „The Expendables“ versuchen, diesen unverwechselbaren Spirit zu emulieren, so selbstverständlich, wie man sich damals treudoof über so Kinkerlitzchen wie die Unversehrtheit des menschlichen Leibes (wohlgemerkt, im Falle von gemeinen Bösewichtern) hinwegsetzte, schafft man das heute einfach nicht mehr. Da kommt man um die Söldnerschiene nicht mehr herum. Vorbei sind die Zeiten, in denen beispielsweise ein Schwarzenegger in einem urbanen Setting in knappen 90 Minuten mehr Leute umlegen durfte, als der durchschnittliche Kassierer im Supermarkt an einem ganzen Arbeitstag bedient, und hinterher noch von Polizei und Armee auf die Schulter geklopft bekommt, weil er ja der Gute ist und die die Bösen waren. So etwas traute sich im besten Falle noch der Lundgren-Hobel „Direct Action“. Aber egal. Es sollte ja um die tatsächlichen lärmenderen Auswüchse der ’80er Jahre des letzten Jahrhunderts gehen. Und wer da auf der Suche nach Alternativen zu den üblichen Verdächtigen à la „Rambo 2“ oder „Phantom Kommando“ sucht, der muss sich auch mal durch die weniger berühmten Klopper wühlen. Case in point: „Die City-Cobra“. Weiterlesen

Advertisements
Veröffentlicht unter Filme | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

King’s Bounty: The Legend (2008)

King's_Bounty

1983 gründete der damals etwa zwanzigjährige Jon Van Caneghem die Spieleschmiede New World Computing und konnte schon wenige Jahre später mit den ersten Auswüchsen des immens populären „Might & Magic“-Franchises erste Achtungserfolge erzielen. Neben besagten „Might & Magic“-Titeln und deren Spin-Offs designte Van Caneghem allerdings noch andere Spiele, die sich weniger gut im kollektiven Gedächtnis der Spielerschaft halten konnten (was möglicherweise auch daran liegt, dass sie kein so großes Franchise im Rücken hatten). Eins davon nannte sich „King’s Bounty“, erschien 1990 für PC, C64 und Amiga und ein Jahr später dann noch auf Sega Mega Drive und kann sich mehr oder weniger das Prädikat „Proto-Heroes-of-Might-&-Magic“ ans Revers heften. Siebzehn Jahre später erstand der russische Publisher 1C Company die Namensrechte an „King’s Bounty“ und gab sie direkt an seine Landsmänner Katauri Interactive weiter, die – wie es der Zufall so wollte – gerade an einem Spiel mit dem Arbeitstitel „Battle Lord“ arbeiteten, das maßgeblich von Van Caneghems Klassiker beeinflusst worden war. Eine Namensänderung später war „King’s Bounty: The Legend“ geboren, das im Herbst 2008 unsere Breitengrade erreichte. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Videospiele | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Dark City (1998)

darkcity

So schnell wäre Alex Proyas vielversprechende Karriere beinahe wieder beendet gewesen. Nach dem tragischen Unfall am Set von „The Crow“, bei dem Bruce Lees Sohn Brandon Lee ums Leben kam, zog der gebürtige Ägypter Proyas sich Jahre lang komplett aus dem Showgeschäft zurück. 1998 kam er dann aber für seinen zweiten Langfilm aus der Versenkung, diesmal mit einem ganz eigenen Skript, das er gemeinsam mit dem inzwischen gern für Superheldenadaptionen gebuchten Drehbuchautor David S. Goyer zusammengebastelt hat. Der Titel: „Dark City“. Der Plot: Äh, das ist jetzt kompliziert, ohne zu spoilern… Weiterlesen

Veröffentlicht unter Filme | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Finding Teddy (2012)

findingteddy

So gut wie jeder wird wohl auf einer gewissen Ebene Empathie für die Horrorsituation aufbringen können, mit der der Spieler direkt am Anfang des Indie Adventures „Finding Teddy“ konfrontiert wird: Während ein kleines namenloses schwarzhaariges Mädchen den Schlaf der Gerechten schläft, öffnet sich der Wandschrank, ein haariges Spinnenbein kommt heraus und entreißt dem Mädchen seinen kuscheligen besten Freund, ehe es wieder verschwindet. Klare Sache, hinterher in den Schrank, Teddy muss zurück geholt werden. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Videospiele | Verschlagwortet mit , , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Her (2014)

her

Liebesfilme sind ja so ’ne Sache. Klar, auch das ausgelutschteste Setup kann da hin und wieder mal das eine oder andere Taschentuch feucht werden lassen, sofern die Chose solide heruntergekurbelt wird. Trotzdem hat sich grob geschätzt in den vergangenen vier Jahrzehnten nicht so besonders viel daran verändert, wie Liebesschnulzen funktionieren. Ja, klar, never change a working system, trotzdem darf man doch mal ein paar Risiken eingehen und sich ein bisschen was neues einfallen lassen. Man muss ja nicht gleich den Thomas Vinterberg machen, der mit seinem „It’s All About Love“ doch weitestgehend auf Unverständnis stieß (wobei es schon interessant ist, dass Joaquin Phoenix sowohl dort als auch in unserem heutigen Sujet die Hauptrolle spielte). Manchmal reicht es ja auch, einfach an ein paar Konventionen zu rütteln. Einfach mal was anderes machen. In „Return of the Living Dead 3“ beispielsweise wurde eine Liebesbeziehung zwischen einem jungen Mann und seiner zombiefizierten Freundin (mehr oder weniger) erfolgreich thematisiert. In „Shrek“ zieht es einen Esel und eine Drachin zueinander hin. Wie könnte man also den für unsere hochtechnisierte moderne Welt logischen nächsten Schritt gehen? Vielleicht mit einer Beziehung zwischen einem Menschen und einer künstlichen Intelligenz? Weiterlesen

Veröffentlicht unter Filme | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Clive Barker’s Jericho (2007)

jericho

Was hat Clive Barker eigentlich noch nicht gemacht? Erst Kurzgeschichtenautor, dann Regisseur, Produzent, Maler und Zeichner, Designer für Halloween-Kostüme, Kinderbücher und Comics hat er im Laufe seiner Karriere auch schon verfasst und natürlich kam der gute Mann Anfang der 2000er nicht umhin, sich mal an Videospielen zu versuchen. „Clive Barker’s Undying“ erschien 2001 und wurde von den damaligen Rezensenten sehr wohlwollend aufgenommen. Kein Wunder, handelte es sich bei „Undying“ doch um einen spielerisch mehr als soliden Shooter, der hauptsächlich durch seine großartige Atmosphäre und gut durchdachte Story sowie seine memorablen Charaktere glänzen konnte. Auf finanzieller Seite sah die Sache leider etwas anders aus. „Undying“ lag wie Blei in den Regalen. Ein angekündigter Multiplayerpatch wurde kurzerhand gestrichen, die Konsolenumsetzungen des PC-Spiels verfrachtete man gleich mit in die Tonne. Mag das der Grund sein, warum Clive Barker sich erst Jahre später wieder an ein Videospiel traute? Wer weiß, jedenfalls wurde „Clive Barker’s Jericho“, Barkers zweiter Versuch, die Videospielwelt zu erobern, erst 2007 veröffentlicht. Erneut ein okkulter Horrorshooter mit viel Augenmerk auf Atmosphäre und Story. Aber diesmal schlägt sich kein einsamer Ire durch ein verfluchtes Anwesen. Stattdessen begleiten wir ein Team von übernatürlich begabten Supersoldaten auf einer Reise durch verschiedene Zeitepochen, um Gottes erste Kreation, den „Firstborn“ daran zu hindern, in unsere Welt zurück zu kehren. Ob das gut geht? Weiterlesen

Veröffentlicht unter Videospiele | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Die drei Musketiere (2011)

dreimusketiere

Faszinierend, dass heutzutage immer noch so starke Ressentiments gegen Paul William Scott Anderson vorherrschen, von Zuschauerseiten zumindest. Klar, so gut wie jeder ist bereit, im Zweifelsfall so etwas wie “Ja, ‘Event Horizon’ ist ziemlich cool” daher zu nuscheln, wenn ihm die Pistole auf die Brust gesetzt wird, aber davon abgesehen genießt der gute Mann keinen so besonders glänzenden Ruf. Quasi so was wie ein Proto-Uwe-Boll, der schon früher mit seinen Adaptionen von Games wie “Mortal Kombat” oder “Resident Evil” die Videospielergemeinde gegen sich aufgebracht hat. Trotzdem schafft er es noch immer regelmäßig, ordentliche Budgets zusammen zu klauben und damit mit schöner Regelmäßigkeit knallig-doofe Krachbumm-Spektakel in die Lichtspielhäuser zu bringen. 75 Millionen sammelte er für “Die drei Musketiere”, basierend auf dem Buch von Alexandre Dumas, besetzt mit angesagten Stars und gefilmt in fancy 3D. Wie das Ergebnis aussieht? Weiterlesen

Veröffentlicht unter Filme | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , | Kommentar hinterlassen