Chronology (2014)

chronology

Das Ende der Welt ist ganz ansehnlich. Zumindest wenn man nach dem Indie-Puzzel-Platformer „Chronology“ geht. Im wunderschön gezeichneten Erstlingswerk von Osao Games haben wir die Apokalypse schon hinter uns. Anfänglich zumindest. Ein Wissenschaftler wacht ohne Erinnerung irgendwo im Wald auf und merkt, dass die Zivilisation wie er sie kannte scheinbar ein Ende gefunden hat. Nach kurzer Erkundung der näheren Umgebung findet er eine Taschenuhr, die es ihm erlaubt, in die Zeit vor dem Kataklysmus zurück zu reisen. Bewaffnet damit und mit Unterstützung einer riesigen Schnecke, die mittels kybernetischem Schneckenhaus die Zeit anhalten kann, macht der namenlose Wissenschaftler sich auf den Weg, um den Weltuntergang retrospektiv doch noch aufzuhalten.

„Chronology“ ist wie schon gesagt ein hübsch handgezeichneter Puzzel-Platformer und nicht nur diese Tatsache, sondern auch die Hauptspielmechanik, die Manipulation von Zeit, erinnert an Jonathan Blows „Braid“. Ganz verkehrt ist diese Assoziation sicherlich nicht, allerdings ist „Chronology“ keine bloße Kopie des erfolgreichen Konzepts von „Braid“. Alleine schon die Konzeption unterscheidet sich recht stark. „Chronology“ bietet keine abgeschlossenen Einzelpuzzel, keine hochkonzeptionelle Meta-Story, sondern eine einfache, stringente Geschichte, die beim Durchlaufen der acht Level heruntererzählt wird. Da bleiben keine großen Fragen offen, da bleibt wenig Interpretationsspielraum. Aber es ist trotzdem eine solide Geschichte und der Wissenschaftler und die Schnecke sind sympathische Charaktere, deren gewitzte Dialoge das eine oder andere Schmunzeln und auch hin und wieder eine erhobene Augenbraue provozieren.

Zumindest, wenn man etwa acht Jahre alt ist. Keine Frage, „Chronology“ ist ein sehr charmantes Spiel mit viel Charakter, hübsch gezeichnet und gut durchdacht, aber die Hauptzielgruppe dürfte wohl noch ein ganzes Stück von der Volljährigkeit entfernt sein. Was kein Kritikpunkt per se ist. Für Erwachsene dürfte das Spiel aber einerseits zu leicht und andererseits zu kurz ausgefallen sein. Nach anderthalb Stunden schon kann man den Abspann bequem erreicht haben, sogar wenn man bei ein paar der knackigeren Rätsel mal kurz hängen bleibt. Den „Plattformer“-Aspekt kann man übrigens mehr oder weniger aus der Genrebeschreibung herauskürzen. Blitzschnelle Reflexe oder ganz besonderes Geschick braucht man nicht, um das Spiel erfolgreich hinter sich zu bringen. Bodenlose Abgründe und fiese Stampfer werfen einen höchstens um Augenblicke zurück, die einzigen wirklichen Hindernisse des Spiels sind die Puzzels.

Und die sind gut. Über die anderthalb Stunden der Spieldauer fallen dem Spiel stets neue, frische Situationen ein, in denen die vorhandenen Fähigkeiten auf neue Art und Weise benutzt werden. Nichts wiederholt sich, die knackige Spielzeit sorgt dafür, dass „Chronology“ stets interessant bleibt. Und wenn man einige der Kopfnüsse erst mal durchschaut hat, dann dürfte einem schon das eine oder andere „Oh, das ist ziemlich clever“ entweichen.

„Chronology“ ist ein kurzes Vergnügen, das sich vor allem dazu eignen dürfte, Kinder an intelligentere Videospiele heran zu führen. Aber auch Erwachsene können sicher einiges an Freude aus der hübsch gezeichneten Grafik, den sympathischen Charakteren, allen voran der wirklich hinreißenden Schnecke, und den cleveren Rätseln ziehen. Kann man definitiv mal durchgespielt haben.

Chronology
Erschienen auf: PC
Erscheinungsjahr: 2014
Entwickler: Osao Games
Genre: Puzzel-Platformer
USK: –

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