Dead Heat (1988)

deadheat

Ob Talent in der Familie liegt? Fraglich, aber auf eine Sache lässt sich sicher zählen: Wenn irgend jemand in Hollywood Erfolg hat, dann wird sein Vater, seine Mutter, sein Onkel, seine Tante, sein Bruder und vielleicht auch sein Hund im Zuge dessen versuchen, einen Fuß in die Tür zu bekommen. Case in point: “Dead Heat”. Shane Black, Drehbuchautor von Kassenschlagern wie “Lethal Weapon” und “Last Boy Scout” und Regisseur des großartigen “Kiss Kiss Bang Bang”, hat ‘nen Bruder. Der heißt Terry. Und weil Brüderchen ordentlich Kohle verdiente (für “Last Boy Scout” strich Shane Black 1,75 Millionen Dollar ein – allerdings erst drei Jahre nach “Dead Heat”) tat Terry sich mit der Helpern/Metzer-Produktionsfirma und Regiedebutant Mark Goldblatt zusammen, um mit 5 Millionen Dollar Budget sein Drehbuch für die große Leinwand umzusetzen.

Sicher, die gewitzten Dialoge, die Terrys Bruder mit schöner Regelmäßigkeit in seine Skripte kloppt, kann “Dead Heat” nicht aufweisen. Trotzdem ist es ein Stück weit ziemlich ungerecht, dass jetzt, mehr als ein Vierteljahrhundert später, das Nennen des Filmtitels “Dead Heat” quasi universelles Unverständnis in den Augen aller Angesprochenen auslöst (wenn sie nicht gerade so was fragen wie “Der Film da mit Kiefer Sutherland und Radha Mitchell?”, aber den kennen wahrscheinlich noch weniger Leute). Denn “Dead Heat” ist gut. Wirklich gut.

Denn nicht nur hatte Terry Black eine wirklich frische Idee für das Szenario des Films, nämlich einen Buddy-Cop-Film mit einem Zombiestreifen zu vermengen, er strickte auch ein konsequent einfallsreiches und witziges Drehbuch drum herum und überließ es dann dem handwerklichen Geschickt von Mark Goldblatt und einer Special Effects Riege, die unter anderem bei Filmen wie “Tremors”, “Big Trouble in Little China” oder “Independence Day” mit am Werke war, eine runde Sache daraus zu machen.

Mit Erfolg. Zwar krankt der Film ein wenig daran, dass die Story weder gesteigerten Sinn ergibt, noch irgendwo hin führt, aber das macht nichts. In jeder der ungefähr achtzig Minuten, die “Dead Heat” dauert, passiert irgend etwas lustiges, irgend etwas cooles, ganz einfach irgend etwas unterhaltsames. Die Action packt ordentlich zu und bringt auch die nötige Härte mit (möglicherweise sogar etwas zu viel, unblutig ist der Streifen nicht, man könnte ihm ankreiden, für seine “leichtherzige” Attitüde ein wenig zu sehr an der Gewaltschraube zu drehen, muss man aber nicht), der Witz punktet oft und gern durch seine nonchalant-kaltschnäuzig-absurde Art und Weise und wenn man Treat Williams und Joe Piscopo als… gar nicht so besonders ungleiches Polizistenpaar bucht, dann weiß man, was man bekommt. Gerade Piscopo beweist eindrucksvoll, dass er auf jeden Fall eine größere Karriere als Action-Comedian verdient hätte, dazu bringt er sowohl die physische Komponente mit, als auch das nötige Timing. Aber auch Williams punktet sowohl in den actionreichen als auch in den komischen Szenen. Gemeinsam geben sie ein herrliches Polizistengespann ab, quasi zweimal Dirty Harry mit weniger Grips, permanent einem flotten Spruch auf den Lippen und durch absolut nichts aus der Ruhe zu bringen, und seien es reanimierte Rinderhälften auf Angriffskurs. Und Horror-Legende Vincent Price kann man noch dazu in einer seiner letzten Filmrollen begutachten. Was will man mehr?

Garniert mit den handwerklich mehr als anständigen und recht kreativen Effekten, sowie einer ganz großen Portion leichtherzigem ’80er-Jahre-Charme kommt bei “Dead Heat” ein extrem unterhaltsamer Film herum, der jedem Freund von krudem Genremischmasch dringlichst ans Herz gelegt gehört. Egal ob man auf der Suche nach Action, Komik, (dezenten) Horroruntertönen oder am Besten gleich all dem ist, “Dead Heat” ist auf jeden Fall etwa ein bis fünf Dutzend Läufe durch den DVD-Player wert.

Dead Heat
USA/1988
Regie: Mark Goldblatt
Darsteller: Treat Williams, Joe Piscopo, Vincent Price
FSK: 18

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Filme abgelegt und mit , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s