StyxWest

Bedeutende Dinge sollten bedeutend beginnen und in meiner grenzenlosen Selbstüberschätzung hoffe ich natürlich, dass dieses Ding hier beizeiten verdammt bedeutend wird. Aber ach, mit welcher handgestrickten Weisheit ich diese Sammelkiste für meinen ganz alltäglichen Wahnsinn adäquat eröffnen könnte, an diesem Dilemma knabbere ich schon eine ganze Weile. Etwa ein halbes Jahr und mehr schon. Denn solange trapst mir der Gedanke schon durchs Oberstübchen, dass es doch an der Zeit ist, irgendwie irgendwo irgendwann einen Ort für meine Gedanken und Einsichten aufzumachen. Die Zeit ist hier. Der Ort ist jetzt. Und da mir gerade kein griffiges Jahrhundertzitat einfällt, muss die Sache wohl eher klassisch anlaufen.

 

Tach auch.

 

So, das wäre geschafft. Oder sagen wir lieber „Das habe ich endlich hinter mich gebracht“. Wie oben schon erwähnt, die Idee für diesen Blog hat schon seit etwas längerer Zeit Gestalt angenommen, aber da es sich bei yours truly um einen zu Faulheitsanfällen neigenden Pseudoperfektionisten (sehr selektiv, das) handelt, musste die große Eröffnung doch schon einige Male um ein gutes Stück verschoben werden.

Jetzt aber. Jetzt habe ich es endlich geschafft, mich am Riemen zu reißen und den Grundstein zu legen, für dieses Sammelbecken für all das, was mir Tag für Tag durch den Kopf geht und endlich mal per Ventil auf die Menschheit los gelassen werden will. Komische Sache, früher noch habe ich Leute, die ständig meinten, mit ihrem Schaffen dies und das verarbeiten zu müssen, oft und gerne von oben herab belächelt. Jetzt bin ich selbst so weit, meine Meinung ungefragt ins Internet zu schleudern. Das ist zwar schon groß, das verträgt das, aber trotzdem, merkwürdig ist es schon. Vielleicht ist es das Alter. Vielleicht die Erfahrungen, die ich in den letzten Jahren mit verschiedenen… sagen wir „öffentlichen Ausdrucksformen“ gemacht habe. Fakt ist, mir ist inzwischen klar geworden, dass es mir durchaus hilft, Dinge, die mir durch den Kopf gehen, aktiv auszuformulieren, auch, um selbst einen neuen Blickwinkel darauf zu gewinnen. Und da ich mich in all den anderen Medien, die ich bislang dazu genutzt habe, früher oder später immer ein Stück weit von Konventionen oder Vorgaben eingeengt gefühlt habe, mache ich jetzt mein eigenes Ding.

Aber was denn überhaupt für eins? So wirklich klar ist mir das bislang auch noch nicht, zumindest noch nicht bis in die letzten Winkel, aber ich habe zumindest eine grobe Vorstellung von dem, was ich hier auf die Beine stellen will. Ich würde mich selbst – und das wird wahrscheinlich niemanden überraschen – nämlich weitestgehend als „Kind der Medien“ bezeichnen, bin vor dem Fernseher, der Videospielkonsole, sicher auch mit dem Buch in der Hand und den Kopfhörern im Ohr aufgewachsen. Von Kleinauf war mein Leben mehr oder weniger stark von den Wundern und Errungenschaften unserer modernen Medienlandschaft geprägt. Ich war schon recht früh von dem fasziniert, was mit Filmen, Büchern, Videospielen möglich ist, dass wir in Welten eintauchen können, die es nie gegeben hat, die es nie geben wird, die aber genau so reale Emotionen in uns auslösen, wie das, was uns Tag für Tag auf der Straße begegnet. Vielleicht sogar mehr als das.

Ich stehe auf gute Geschichten und bin dementsprechend schon seit langer Zeit stark von allen Möglichkeiten fasziniert, wie eine Geschichte erzählt werden kann. Egal ob ein einzelnes Bild, schwarze Buchstaben auf weißem Papier, Comics, Filme, die Möglichkeiten sind vielfältig und wenn es irgendwo eine gute Story zu erleben gibt, dann bin ich gerne Feuer und Flamme dafür. Und seien es die großartigen Augenblicke, die zwischen Plastikfiguren, Karten und Würfeln zu später Stunde auf dem Wohnzimmertisch entstehen.

Kurzum, ich will und werde diese Möglichkeit hier nutzen, um über all diese Dinge zu reden. Hauptsächlich will ich Gleichgesinnten Tipps geben, meine Erfahrungen in diesen Richtungen teilen, das übliche eben. Kurzum, hier wird es Kritiken geben. Größtenteils aber wohl nicht ausschließlich zu Film und Fernsehen, wie oben angedeutet lasse ich mich aber auch nicht gerne beschränken, also wundert euch nicht, wenn ich von Zeit zu Zeit von dieser Linie abweiche, ganz etwas anderes bespreche oder einfach nur mal meine Gedanken zu aktuellen Themen zum Besten gebe, wenn sich die Gelegenheit bietet. Gerade medial bin ich breit gefächert interessiert und ich behaupte zwar nicht, dass ich irgend einen gesteigerten Plan von irgend etwas hätte, aber wenn es auch nur eine Person gibt, die das, was ich zu sagen habe, interessant findet, dann sage ich es gerne.

Wobei ich auf jeden Fall dringend noch etwas zu meiner… ahem… „Reviewphilosophie“ loswerden möchte. Und zwar: Pfeift auf meine Meinung. Ja, es mag ein wenig paradox anmuten, wenn ich hier einen Reviewblog aufmache und quasi meine erste Bitte an dich, dich und ganz besonders dich, lieber Leser, die ist, dass dir bitte völlig egal sein soll, was ich hier zusammenfabuliere. Der Punkt ist, ich bin auch nur ein Mensch, ich habe einen eigenen Geschmack, der sich sicher nicht mit jedem anderen decken wird, das aber auch gar nicht soll. Wenn du einen Film großartig findest, den ich nicht mag, dann ist das toll für dich. Ich wünschte, ich könnte jeden Film auf der Welt lieben, weil ich das Medium an sich so absolut faszinierend finde, allein, es klappt nicht immer. Aber gerade deswegen setze ich mir selbst die Maxime, dass nichts, wirklich gar nichts darüber geht, mir persönlich eine eigene Meinung zu bilden. Ich halte es nicht nur für mein gutes Recht, sondern auch für meine Pflicht, mich selbst mit jedem Film, jedem Buch, jedem Videospiel, an dem ich auch nur im Entferntesten Interesse habe, auseinanderzusetzen. Und das funktioniert nun mal nur aus erster Hand.

Dementsprechend bin ich der Ansicht, dass (fast) jeder Film (ich fasse den ganzen Schonks jetzt einfach mal darunter zusammen, weil es mir gerade zu anstrengend ist, mich differenzierter auszudrücken) es wert ist, zumindest einmal gesehen zu werden, denn ich persönlich kann aus jedem Film noch eine gewisse tiefere Einsicht ziehen, uns sei es nur die, dass der Film mir keine tiefere Einsicht vermitteln kann – und diese Sicherheit ist mir persönlich deutlich lieber, als das nagende Zweifeln, ob DIE große Erleuchtung nicht vielleicht direkt hinter der nächsten Ecke, resp. im nächsten Amaray-Case zu finden ist. Kurzum, egal wie ungnädig ich mich in diesem oder jenem Artikel äußern mag, wenn ich da letzten Endes irgend eine Punktwertung drunterklatschen sollte (wobei ich noch nicht sicher bin, ob ich das tun werde), dann sollte diese nicht als Empfehlung oder Abraten angesehen werden, sondern höchstens als die Anzahl der roten Ampeln, die man auf dem Weg zur Videothek des Vertrauens überfahren sollte, um diesen oder jenen Film jetzt und sofort in den Player zu befördern. Denn wie gesagt, wenn ich nichts ausdrücklich anderes verlauten lasse (und das wird wahrscheinlich erst passieren, wenn ich „Funny Games“ oder „Martyrs“ bespreche), dann empfehle ich jedem Menschen mit einem Fünkchen Verehrung für das Medium Film sowieso, sich seine eigene Meinung zu bilden.

Also, ohne größere Umschweife – zumindest ohne NOCH größere Umschweife – eröffne ich hiermit das Buffet. Mahlzeit!

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